Warum Veranstaltungen für angehende Bauherren?

Die Bundesregierung hat nicht ohne Grund den Versuch unternommen, durch Einfügung der §§ 650 a bis u erstmals ein privates Bauvertragsrecht zu schaffen
Die gegenwärtigen Zustände sprechen eine deutliche Sprache. Über 40.000 neu anhängige Klagen p.a. in diesem Bereich sind ja nur die Spitze des Eisbergs.
Die meisten Bauherren haben keine entsprechende Rechtsschutzversicherung und scheuen nicht ohne Grund das Risiko. (Nur in manchen neueren Verträgen ist das Bauherrenrisiko mit erfaßt. Man kann aber spezielle Policen dazuordern, und das sollte man unbedingt machen.)

Das Institut für Bauforschung hat 100 Bauverträge untersucht und festgestellt, daß  n i c h t e i n e r  davon von den privaten Bauherren hätte unterschrieben werden dürfen.
Die Bundesregierung selbst ist der – zutreffenden – Ansicht:
Das Baurecht ist zu einer komplexen Spezialmaterie geworden, zu der eine umfangreiche Rechtsprechung ergangen ist. Diese ist für den Rechtsanwender kaum noch zu überblicken. Wesentliche Fragen des Bauvertragsrechts sind nicht gesetzlich geregelt, sondern der Vereinbarung der Parteien und der Rechtsprechung überlassen. Das Fehlen klarer gesetzlicher Vorgaben erschwert eine interessengerechte und ökonomisch sinnvolle Gestaltung und Abwicklung von Bauverträgen. Außerdem enthält das geltende Werkvertragsrecht, abgesehen von einigen Einzelvorschriften, keine besonderen Verbraucherschutzvorschriften, wie es sie in anderen für den Verbraucher wichtigen Rechtsbereichen gibt. * 
*Quelle: Gesetzentwurf der Bundesregierung: Entwurf eines Gesetzes zur Reform des Bauvertragsrechts und zur Änderung der kaufrechtlichen Mängelhaftung vom 18.05.2016


Die Bauwirtschaft ist eine der größten und umsatzträchtigsten Branchen in unserer Volkswirtschaft, aber in keinem Bereich gibt es so wenig Transparenz und so wenig Verbraucherschutz, und das, obwohl die Bauherren hier Verpflichtungen von meist existentieller Bedeutung eingehen.

Wir wollen nicht die Baufirmen vor den Kopf stoßen, aber ohne Regularien machen sie natürlich nur Verträge, die   i h r e n   Interessen dienen, nicht denen der Bauherren.
Warum sollten sie sich ohne Not selbst unter Druck setzen?
Warum einen verbindlichen Fertigstellungstermin vereinbaren oder einen Bauablaufplan herausgeben, wenn niemand danach fragt?

Sie wissen es ja oft auch selbst nicht besser. Das haben wir in unseren Seminaren mit den Kammern und Innungen oft genug erlebt.
So gut wie keine Baufirma erhebt rechtmäßig Abschlagszahlungen, obwohl sie alle darauf angewiesen sind.

Das Risiko, das von diesen Verträgen ausgeht, landet im Zweifel bei den Banken.
Entweder ist das Bauvorhaben nicht werthaltig, weil Mängel nicht ordnungsgemäß abgearbeitet werden, oder weil der Bauherr anstelle der Baufirma deren Beseitigung bezahlt, - was zwar das Budget belastet, aber nicht dem Bau zugute kommt - , oder der Bauherr gerät in eine wirtschaftliche Schieflage.

Es ist an den Bauherren selbst, die für sie wichtigen Punkte in den Bauvertrag mit aufzunehmen.
Eine vollständige Baubeschreibung etwa.
Oder einen verbindlichen Fertigstellungstermin.
Oder die Verpflichtung zur Herausgabe der Bauunterlagen

Oder so triviale Dinge wie die Baustelleneinrichtung. Die Baufirma weiß, wo sie ggfls. auch kurzfristig Baustrom und Bauwasser herbekommt, oder die Schilder für das Halteverbot in der engen Zuwegung. Die Bauherren meist nicht.

Wir weisen bereits seit einigen Jahren in Seminaren auf diese Probleme hin und zeigen Lösungen auf, mit denen beide Seiten leben können, Bauherren und Baufirmen.

Natürlich profitieren auch die Banken davon, die diese Seminare in ihren Geschäftsräumen veranstalten.
Zum einen durch diese Veranstaltung, die möglicherweise neue Kunden bringt, aber auf jeden Fall Ihre Reputation erhöht, und zum anderen, weil die Bauherren, die diese Veranstaltung besuchen, nun wissen, worauf sie achten müssen, um den meisten Fallstricken aus dem Weg zu gehen.


Die Berichterstattung über das neue Bauvertragsrecht hat zu einigem Nachdenken angeregt und viele finanzierende Institute denken darüber nach, nach der Beschlußfassung und vor dem Inkrafttreten ein halbes Jahr später eine Informationsveranstaltung durchzuführen.

Aber kaum jemand realisiert, daß   j e t z t   ein viel größerer Beratungsbedarf besteht und daß jemand, der solche Veranstaltung bereits in der Vergangenheit durchgeführt hat, seine Vorreiterrolle und sein Engagement bereits unter Beweis bestellt hat, während die anderen nur nachziehen.